4 besondere Naturspielräume – meine Herzensprojekte 2025

Für mich war 2025 ein eher ruhiges Jahr. Im Vergleich zu den Jahren davor, die von viel Studium und Abschlüssen geprägt waren, war 2025 ein Jahr, in dem ich mich zu 100 % meiner Familie und meinen Kunden widmen konnte – zum ersten Mal in vielen Jahren! Und es war einfach so schön.

In dieser Ruhe hat sich dennoch unglaublich viel Persönliches entwickelt – langsam, in seinem eigenen Tempo und vor allem innerlich. Die Auswirkungen dieser Veränderungen werden sich aber wahrscheinlich erst 2026 oder sogar noch später zeigen.

Das Jahr 2025 fühlte sich ein bisschen wie Ernten an: die Früchte einer langen Vorbereitung. Ich genieße einfach die Früchte: Zeit für meine Familie, für mich selbst, für ehrenamtliche Tätigkeiten und für berufliche Projekte, die ich immer machen wollte.

Ich bin in meinem beruflichen Zuhause angekommen. Zumindest dort, wo ich derzeit Ruhe, Freude und Sinn finde.

Im Jahr 2025 durfte ich über 10.000 m² Fläche durch Planung und Beratung mit naturnahen Bepflanzungen bereichern! Damit hoffe ich, mehrere Familien, Schul-, Kindergarten- und Wohngemeinschaften glücklich gemacht zu haben. Besonders freue ich mich über die mehr als 150 Kinder, die durch meine Planung einen besseren Zugang zur Natur in ihrem Alltag haben werden.

Hier zeige ich dir meine fünf Herzensprojekte 2025 – eine Mischung aus Familie, Schule, Kindergarten und öffentlichen Projekten. Weitere Referenzen zu meinen Projekten findest du hier.

Das erwartet dich in diesem Artikel

    Der Spielplatz der Biodiversität der Birken-Grundschule

    Dieses Projekt begann bereits 2024 mit einem Beteiligungsworkshop. Gemeinsam mit den Schulkindern, Eltern, Mitarbeiter:innen und interessierten Bürger:innen aus Treuenbrietzen haben wir erste Ideen für die Gestaltung des „Spielplatzes der Biodiversität“ entwickelt. Nach dem Beteiligungsworkshop im Jahr 2024 gingen wir 2025 in die konkrete Planung.

    Ein zentraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Birkenschule Treuenbrietzen ist es, Kinder darin zu stärken, Verantwortung für sich selbst, für andere und für ihre Umwelt zu übernehmen. Dazu gehört unter anderem das Lernen mit und in der Natur, das Verstehen regionaler und globaler Zusammenhänge sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen.

    Vor diesem Hintergrund wünschte sich die Schulgemeinschaft einen Schulhof, auf dem Kinder frei in und mit der Natur spielen können.

    Im Mittelpunkt des Spielkonzepts stand, die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen: Bewegung ebenso wie Ruhe und Kommunikation, Naturerlebnisse sowie sensorisches und kreatives Spiel.

    Parallel dazu wurde ein Bepflanzungskonzept erarbeitet, bei dem gezielt Pflanzen ausgewählt wurden, um sowohl Spielräume als auch Lebensräume für bestimmte Insekten- und Vogelarten zu schaffen.

    Darüber hinaus haben wir ein besonderes Hochbeetkonzept entwickelt. Die Hochbeete sind als multifunktionale Elemente gestaltet. Die Kinder können darin Kräuter und Blumen anbauen. Zugleich dienen die Hochbeete als Podeste und Aufenthaltsorte, an denen man sitzen, sich begegnen oder spielen kann. Auf diese Weise verbinden sie gärtnerisches Lernen mit räumlicher Qualität und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

    Wie der Name bereits vermuten lässt, war es bei diesem Spielplatz der Biodiversität besonders wichtig. Ziel war es, eine möglichst hohe biologische Vielfalt zu schaffen. Durch gezielt angelegte Lebensräume und eine sorgfältig abgestimmte Pflanzplanung wurden Pflanzenarten integriert, die spezifische Tierarten und Insekten anziehen und ihnen wertvollen Lebensraum bieten.

    Unsere naturnahe Spielecke

    Besonders stolz bin ich auf dieses kleine Projekt, denn es handelt sich um eine Ecke meines eigenen Gartens! Wir haben einen rund 70 m² großen Garten in Potsdam. Mit der Gestaltung habe ich schon 2020 begonnen, ein Jahr nach unserem Einzug und während meiner Schwangerschaft. Nach und nach haben wir in den letzten Jahren fast alles umgesetzt, doch es gab eine Ecke, die ehrlich gesagt nie so richtig zum Gesamtkonzept passte.

    Ich hatte zwar eine Vorstellung davon, was dort entstehen könnte, wusste aber lange Zeit nicht, wie und was genau. Außerdem wollte ich etwas Besonderes in diese Ecke haben, denn es handelte sich um den Raum unter unserem Apfelbaum! Der König des Gartens, wie ich ihn so gerne nenne.

    Deswegen habe ich erstmal gewartet und erst nach fünf Jahren haben wir diese Ecke in diesem Sommer schließlich umgestaltet! Unser damals vier Jahre altes Kind war aktiv in die Planung und Umsetzung eingebunden. Und ich glaube, genau das war der entscheidende Punkt: Ohne seine Perspektive, ohne die Beobachtung seiner Interessen und ohne seine Energie wären wir als Familie nie auf die Idee gekommen, was letztlich dort entstanden ist.

    Diese kleine Ecke wird nun Tag und Nacht genutzt – bei Regen, bei Kälte und schon früh am Morgen im Sommer. Es ist sogar viel besser geworden, als ich es mir vorgestellt habe!

    Das Schönste daran ist, dass wir uns alle auf dieser Ecke wohlfühlen. Ich selbst genieße es, dort zu liegen und einfach unter der Geborgenheit des Apfelbaums zu entspannen. So ist hier einer der spannendsten Räume des Gartens und ein kleiner Treffpunkt für die ganze Familie entstanden – und auch für einige neugierige kleine Nachbarn, die gerne ab und zu zum "Picknicken" vorbeikommen.

    Der Bornstedter Wildfang in Potsdam

    Seit einigen Jahren unterstütze ich die Nabu-Ortsgruppe in meinem Stadtteil Bornstedt. 2025 hatte ich die große Möglichkeit, bei der Planung des „Bornstedter Wildfang“ mitzuhelfen. Dieses Projekt wurde mit 6.000 Euro aus dem Bürgerbudget gefördert und in enger Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt Potsdam umgesetzt.

    Zwischen den Kitas „Bunte Knöppe“ und „Spielgrün“ an der Opolestraße in Potsdam-Bornstedt liegt eine kleine grüne Oase. Eine wilde Insel im Schatten alter Eichen und Pappeln. Hier wächst und summt es: Krautiger Aufwuchs, Wildbienen, Schmetterlinge – eine bunte, lebendige Mini-Wildnis inmitten der Wohnsiedlung.

    Die Ehrenamtlichen vom NABU Bornstedt wollten diese wilde Form gern dauerhaft erhalten und im Sinne der Umweltbildung erlebbar machen. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Nachbarn und der NABU-Gruppe in einem partizipativen Prozess ein Gestaltungskonzept entwickelt, das diese Wildnis feiert und bereichert.

    Wir haben verschiedene Biotopstrukturen integriert:

    • Heimische Blühpflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge

    • Reisighaufen als Versteck für Igel

    • Totholzstapel für Käfer

    • Obstbäume für Insekten und kleine Naschkatzen

    Darüber hinaus entstanden:

    • Ein Sandarium für bodennistende Wildbienen

    • Holzbohrungen als Nisthilfen

    • Steinhaufen für Eidechsen

    • Nistkästen für Brutvögel

    • Eine Wildfruchthecke als Lebensraum und Nahrungsquelle für heimische Vögel

    Auch ein kleines Holzpodest wurde Teil des Konzepts. Es steht als Einladung an die Nachbarn, den Ort zu erleben. Es lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise nutzen: als Sitzgelegenheit, als Treffpunkt oder als kleine Spiel- und Beobachtungsbühne. Ein einfacher Ort, der Raum für Groß und Klein bietet.

    Mini-Spielraum mitten in Berlin

    Das letzte Projekt im Jahr 2025 war die Umgestaltung für eine Familie in Berlin. Die Planung wurde in diesem Jahr abgeschlossen und aktuell bereiten wir die Umsetzung für das Frühjahr 2026 vor.

    Dieser Familiengarten ist ein kleines Wunder mitten in der Großstadt. Zwischen Häusern, Beton und dem alltäglichen Stadtlärm hätte ich kaum gedacht, welche Oase in einem Hinterhof entstehen kann! Der Garten war bereits naturnah angelegt, mit einer vielfältigen Bepflanzung und zahlreichen Biodiversitätselementen wie Nisthilfen für Fledermäuse und Wildbienen sowie einem Miniteich. Und dennoch wurden die Spielecken, die über interessante Spielelemente verfügen, nicht so genutzt, wie man es erwartet hätte.

    Nach mehreren Gesprächen, genauer Beobachtung und einer sorgfältigen Analyse des Ortes haben wir gemeinsam mit der Familie eine Lösung entwickelt. Eine Lösung, die sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen etwas bietet. Denn diese Mini-Spiellandschaft ist multifunktional konzipiert und bietet Raum für kleine und große Menschen.

    Was haben wir konkret gemacht?

    Unter einem wunderschönen, riesigen Baum, der die Kinder von Anfang an magisch angezogen hat, haben wir ein Spielpodest geplant.

    Dieses besteht aus zwei Ebenen. Auf der oberen Ebene gibt es ausreichend Platz, sodass sich auch ein Erwachsener dort bequem aufhalten und ausruhen kann. Gleichzeitig ist sie hoch genug, um seitlich eine kleine Kletterwand zu integrieren, die besonders für Kleinkinder geeignet ist.

    Unter der oberen Ebene entsteht zudem ein geschützter Raum, der wie ein kleines Häuschen genutzt werden kann.

    Die gesamte Struktur ist mit zwei Holzpfosten verbunden, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Hier können eine Hängematte, Tücher, Kletter- oder Spielseile befestigt werden.

    Die untere Ebene des Podests ist direkt mit einem Sandbereich verbunden, der ein kleines Wasserspiel beinhaltet – ein sensorisches Spielelement, das für jedes Alter unverzichtbar ist. Ergänzt wird dieser Bereich durch Sitzsteine und Baumstämme, die zum Sitzen, Balancieren oder Hüpfen einladen.

    So verwandelt sich der Spielbereich von einer Ansammlung einzelner Elemente in ein durchdachtes, miteinander verbundenes Gesamtsystem, in dem Menschen jeden Alters ihren eigenen Platz finden.

    Dr. Cristina L. Lindemann

    Hi, ich bin Cristina, Naturgartenplanerin und Expertin für kindgerechte Städte und naturnahe Freiräume. Meine Mission: Kindern die Natur zurückgeben, die in der Stadt fehlt. Ich helfe dabei, mehr Natur in alltägliche Räume zu bringen, damit Kinder unabhängig von Platz und Ressourcen in einer natürlichen Umgebung aufwachsen können. Ich lebe in Potsdam und habe einen kleinen Garten, in dem wir mit meinem fünfjährigen Sohn die Welt entdecken.

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